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Podcastfolge 40

Wann hast du zuletzt wirklich gespürt, wie es dir geht?

Warum regelmässige Auszeiten für deinen Körper kein Luxus sind – sondern die Grundlage für Essfrieden.

Wir sind es gewohnt, den ganzen Tag zu funktionieren. Meetings, To-do-Listen, Verpflichtungen. Und zwischendrin essen wir – oft nebenbei, oft aus Gewohnheit, oft ohne wirklich zu merken, ob wir überhaupt hungrig sind. Das Problem dabei ist nicht mangelnde Disziplin. Das Problem ist, dass wir nie wirklich innehalten und spüren, was unser Körper uns gerade sagt.

In meiner Arbeit als ganzheitliche Ernährungsberaterin erlebe ich das ständig: Frauen, die theoretisch wissen, was gesunde Ernährung bedeutet, aber den Kontakt zu ihrem eigenen Körper verloren haben. Sie essen, weil es Mittagszeit ist. Sie hören auf, weil der Teller leer ist. Und sie fragen sich, warum es trotzdem nicht einfacher wird.

Die Antwort liegt nicht in einem weiteren Ernährungsplan. Sie liegt in der Verbindung zu dir selbst.

Dein Körper spricht ständig – hörst du zu?

Hunger. Sättigung. Müdigkeit. Anspannung. Vorfreude. Dein Körper kommuniziert unaufhörlich mit dir – durch Empfindungen, Signale, Reaktionen. Nur sind die meisten von uns so sehr im Kopf, dass diese Signale im Rauschen des Alltags untergehen.

Das ist keine Charakterschwäche. Es ist das natürliche Ergebnis eines Lebens, in dem Produktivität alles und Innehalten fast schon verdächtig ist. Wer pausiert, hat ja offenbar Zeit. Wer auf sich hört, gilt als wenig belastbar.

Aber genau dieses Innehalten ist das Mächtigste, was du für deinen Essfrieden tun kannst. Nicht die nächste Diät. Nicht mehr Willenskraft. Sondern mehr Verbindung.

Denn wenn du nicht spürst, dass du wirklich hungrig bist, wirst du nie wirklich satt werden, egal was du isst.

Was passiert, wenn du dir keine Zeit für dich nimmst

Du kennst das vielleicht: Du kommst von einem langen Tag nach Hause, öffnest den Kühlschrank und weisst eigentlich gar nicht, was du willst. Also nimmst du, was da ist. Oder du greifst zu etwas Süssem, nicht weil du Hunger hast, sondern weil du erschöpft bist und dich der Tag aufgerieben hat.

Das ist kein Kontrollverlust. Das ist dein Nervensystem im Stressmodus und ein Körper, der keine andere Sprache mehr findet, um dir zu sagen: Ich brauche eine Pause.

Warum regelmässige Auszeiten alles verändern

Es geht nicht darum, stundenlange Meditationsrituale einzuführen. Es geht um etwas viel Kleineres und viel Wirkungsvolleres: immer wieder kurz innehalten und spüren, was gerade ist.

Was verändert sich, wenn du anfängst, dir regelmässig diese kleinen Auszeiten zu gönnen?

  • Du erkennst echten Hunger: Statt automatisch zu essen, machst du eine kurze Pause und fragst dich: Bin ich wirklich hungrig – oder gestresst, müde, gelangweilt? Das allein verändert vieles.
  • Du spürst Sättigung früher: Sättigungssignale brauchen ca. 20 Minuten, um im Gehirn anzukommen. Wer langsamer isst und zwischendrin inne hält, hört diese Signale, bevor der Teller leer ist.
  • Dein Nervensystem beruhigt sich: Bewusstes Innehalten aktiviert den Parasympathikus – deinen Ruhenerv. Das senkt Cortisol, verbessert die Verdauung und reduziert Stressessen.
  • Du baust Vertrauen in deinen Körper auf: Je öfter du innehaltest und spürst, desto mehr lernst du: Mein Körper weiss, was er braucht. Dieses Vertrauen ist die Basis von echtem Essfrieden.

Körperwahrnehmung ist eine Fähigkeit und keine Eigenschaft, die man hat oder nicht. Du musst nicht besonders achtsamkeitserfahren sein, um damit anzufangen. Du brauchst nur die Bereitschaft, immer wieder kurz innezuhalten. Und je öfter du es tust, desto natürlicher wird es.

Wie du anfangen kannst – ganz ohne Aufwand

Du brauchst keine App, kein Kissen, keine Ausrüstung. Ein paar Atemzüge reichen – wenn du sie bewusst machst.

  • Leg vor dem Essen kurz die Hand auf den Bauch und atme einmal tief ein – und frag dich: Wie hungrig bin ich wirklich?
  • Mach mittags eine 2-Minuten-Pause, bevor du isst – ohne Bildschirm, ohne Hintergrundgeräusche.
  • Wenn du abends erschöpft bist und zum Kühlschrank gehst: stoppt kurz – was brauchst du wirklich gerade?
  • Fang deinen Tag mit drei bewussten Atemzügen an, bevor das erste To-do beginnt.

Das sind keine grossen Schritte. Aber sie bauen über Zeit etwas auf, das tiefgreifend ist: eine echte Verbindung zu dir selbst. Und aus dieser Verbindung entsteht Essfrieden – nicht aus Verboten, nicht aus Diäten.

Ich habe einen geführten Body Scan für dich aufgenommen

In der neusten Folge meines Podcasts führe ich dich in ca. 25 Minuten durch einen vollständigen Body Scan – von den Zehen bis zum Scheitel. Eine Übung, die du immer wieder nutzen kannst. Du findest die Folge auf Spotify oder Apple Podcast.

Achtsam Essen – in 4 Schritten zum Essfrieden

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